Karfreitag in Wichern

 

Karfreitag in der Wichernkirche

 

 

Gemeindeandacht am Palmsonntag von Christa Minstedt

 

Gemeindeandacht am Palmsonntag

 

Unsere Gemeinde hat ein neues Kind, und es heißt „Gemeindeandacht“. Diese Andacht wird sozusagen von der Gemeinde für die Gemeinde, also von uns für uns gestaltet.

Mein Name ist Christa Minstedt. Ich bin ehrenamtlich für die Geburtstagskinder der Wicherngemeinde zuständig – als eine unter vielen Damen.
Ich habe mir über den heutigen Palmsonntag einige Gedanken gemacht.

Dieser Tag hat mich schon eine ganze Weile beschäftigt! Denn dieser Tag trägt tatsächlich den Anfang und das Ende in sich.

Am Palmsonntag beginnt die Karwoche, sie ist Abschluss und Höhepunkt der Fastenzeit. Aber warum nennt man diesen Tag Palmsonntag?

In Europa sind die Palmprozessionen schon seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Man vollzog den Einzug Jesu in Jerusalem mit großem Pomp nach. An diesem Tag, so beschreibt der Evangelist Matthäus, brachten die Jünger Jesus eine Eselin, damit er als König der Juden in die Stadt reiten und mit den Juden das Passahfest feiern konnte. An diesem Tag jubelten die Menschen Jesus beim Einzug in Jerusalem begeistert zu.
Man kennt sicher die Bilder der Menschen mit den Palmzweigen in den Händen; auf den Wegen lagen die Palmwedel, sozusagen als Wegbereiter für Jesus in die Stadt, staubfrei! Man feierte Jesus als König und Heilsbringer, als wundertätigen friedlichen Herrscher und Erlöser.

Die Gläubigen, auch in den späteren Jahrhunderten, nahmen ihre geweihten Palmzweige mit nach Hause, steckten sie hinter ein Kruzifix über dem Türrahmen, an Hausaltärchen oder Spiegel zur Segnung der Menschen und Erinnerung an das von Jesus Christus neu gewonnene Leben.
Palmzweige gelten schon lange als Gegenstände des Schutzes, des Heils und des Segens.
Man brachte sogar die frisch gesegneten Palmzweige nicht nur nach Hause, sondern auch zu den
Toten auf den Friedhof.

Warum aber trägt dieser Tag den Anfang und das Ende in sich?
Weil nur wenige Tage nach dem Einzug in Jerusalem ein aufgebrachter Mob schrie: „Kreuzigt ihn!“?
Wie passt das zusammen?

Hilde Raastad, eine feministische Theologin aus Norwegen, schreibt dazu:
Jesus hatte die letzten Jahre damit verbracht, durch die Dörfer zu wandern, zu predigen, sich mit den Menschen zu unterhalten und Wunder zu tun. Er sah gut aus und war beliebt. Die Menschen scharten sich um ihn, folgten ihm nach und hörten auf ihn. Er würde sie befreien.
Die Autoritäten hatten Angst vor ihm – er war ein Held!

Am Palmsonntag war Jesus noch ein Held. In den Tagen danach zeigte er sich als der, der er wirklich war – kein politischer Führer, kein Kämpfer gegen die römische Macht, kein brillanter Philosoph. Nur ein Mann Gottes, der ohne Grenzen geliebt hat und bereit war, sein eigenes Leben dafür zu opfern. Kein Held, nur ein verwundbarer Mensch, der sich entschieden hatte, der zu sein, den Gott in ihm gesehen hat.

Und die Menschen hassten ihn dafür. Sie waren enttäuscht. Einer verriet ihn, viele verleugneten ihn und die Meute schrie: „Kreuzigt ihn!“

Nicht nur der eine verriet ihn. Denn keiner bekannte sich zu ihm, als es darauf ankam. Jesus wusste es, als er nach Jerusalem einzog. Er bezahlte den Preis, er starb Karfreitag am Kreuz. Es war eine besonders grausame Hinrichtungsart. Die von Jesus ausgehende Bewegung sollte damit gewaltsam beendet werden.

Doch genau das Gegenteil trat ein. Tatsächlich nahm das Christentum hier seinen Anfang. Denn auch wenn die Passionsgeschichte nach Matthäus das Leiden Christi thematisiert, so
bietet sie doch Möglichkeiten, sich mit den Grundfragen des Lebens auseinanderzusetzen. So kann die Passionszeit ein willkommener Anlass sein, nach den Kraftquellen des Lebens zu suchen und Gott (neu) zu entdecken.

Diese Zeit steht in jedem Jahr unter einem anderen Motto. In diesem Jahr lautet das Motto „Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus.“
Die Theologin Susanne Breit-Keßler hat dazu gesagt: Purer Pessimismus ist ein Problem – keine Lösung! Dagegen sei eine realistische Weltsicht notwendig.
 
Und dieses Motto passt gerade in diese Zeit der neuen großen Herausforderung, der Corona-Krise, einer Lungenpandemie, die uns seit einigen Wochen fest im Griff hat und die unser aller Leben verändert hat.

Viele Menschen können der Versuchung nicht widerstehen, die Corona-Krise theologisch zu deuten, was aber sicher ein Fehler wäre.

Wir fragen uns: Finden wir Menschen durch diese weitreichende Krise wieder zu einem besseren Verständnis und einem guten Miteinander. Möglich?
Schon jetzt macht sich vielerorten eine große Solidarität unter den Menschen bemerkbar, die wir schon längst verloren glaubten.
Sind wir durch die Erfahrung mit der Krise bereit, mit unserer einzigartigen, wundervollen Erde und ihren Ressourcen vernünftiger und verantwortungsvoller umzugehen?

Das diesjährige Motto gibt auch hierfür Lösungsansätze:
Sehen, was nicht in Ordnung ist – aber trotz der furchtbaren Auswirkungen des Virus, der Reiseeinschränkungen und dem Zurückfahren der sozialen Kontakte, die es unbedingt hinzunehmen gilt, trotz der Existenzängste, die viele Menschen auf der ganzen Welt betreffen- trotzdem mit tröstlicher Zuversicht weiterzuleben, darauf kommt es jetzt an!

 

 

Gemeinsam Ostern feiern!

 

Gemeinsam durch die Karwoche - Gemeinsam Ostern feiern!


Ab Palmsonntag, den 05.04.2020, laden wir ein an den Fenstern Andacht zu feiern, auf Balkonen, in Gärten - jede*r wo er oder sie ist.

Wer mitmachen möchte kann sich den Osterbrief der Propstei Braunschweig herunterladen und die Liturgie mitfeiern. Die Osterbriefe mit der Liturgie finden Sie auch vor der Wichernkirche und dem Wichernhaus. Dort können ab Mittwoch auch Liturgiekerzen abgeholt werden.
Auch eine Andacht für die Tage der Karwoche und eine für das Osterfest können hier heruntergeladen werden.
Karfreitag um 15 Uhr läuten die Glocken der Wichernkirche und laden zum Vater Unser ein.
Ostersonntag läuten um 10 Uhr die Glocken in der ganzen Stadt und dann singen und musizieren wir miteinander um 10.15 Uhr "Christ ist erstanden!"  Schauen hier hin und wieder vorbei - es kann sich täglich etwas neues ergeben!

Stefan Behrendt

 

 

 

Palmsonntag in der Wicherngemeinde

 

Absehbar?


Im Gegensatz zu unserer aktuellen Situation ist die Passionszeit absehbar. Es geht mit großen Schritten auf Ostern zu. Am Sonntag zieht Jesus in Jerusalem ein und die Menge jubelt ihm zu.
Nur – alles geht nicht ein einem großen Triumph weiter. Stattdessen sind die kommenden Tage kaum auszuhalten. Das Leben ist durch-kreuzt –  Tod und Leiden bestimmen die Tage der Karwoche. Das Leben ist endlich und wir Menschen halten sehr viel weniger in der Hand, als wir uns im Alltag eingestehen können. Heute noch der Jubel – und morgen?
Am Palmsonntag stimmen wir erstmal in den Jubel ein – und weil es bei uns kaum Palmen gibt, nehmen wir in den Kirchen meist Buchsbaum und freuen uns an der wiedererwachenden Natur dieser Tage. Damit bringen wir die Hoffnung zum Ausdruck, dass auch in unserem Leben das Lebendige immer wieder neu erwacht.
Es ist Brauch, diese Buchszweige mitzunehmen und an ein Kreuz zu legen. Vielleicht auch verbunden mit der Bitte um Heilung. Wenn das Schwerste vielleicht noch vor uns liegt, ist es wie ein kleiner Ausblick auf den österlichen Sieg des Lebens. Damit kann eine schwere Zeit anders wahr genommen werden.
Wenn Sie in diesen besonderen Tagen mögen, können Sie sich am Kreuz vor der Wichernkirche gerne ein paar Buchszweige mit nach Hause nehmen. So sind wir im Glauben miteinander und auch mit Christus verbunden – selbst, wenn die Kirche leer bleiben müssen.
Ihre Hanne Reinhard

 

 

Atemmasken für Seniorenheime in Lehndorf erbeten

 

Die Seniorenheime aus dem Lehndorf haben an uns folgende Anfrage gerichtet:

Auf dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise gibt es auch in den drei Seniorenheimen in Lehndorf einen dringenden Bedarf an Atemmasken. Im Falle einer Infektion, würden die vorgeschriebenen Atemmasken nur wenige Tage reichen. Um die Bewohner der Einrichtung aber über einen möglichst langen Zeitraum zu schützen, benötigen die Einrichtungen dringend weitere Atemmasken. Daher bitten wir Sie diese Anfrage weiter zu verteilen und nach Menschen Ausschau zu halten, die für diese Seniorenheime Atemmasken schneidern könnten.  Die Atemmasken sollen aus kochfestem, atemdurchlässigem Baumwollstoff sein.


Eine Anleitung zum Nähen finden Sie beispielsweise auf folgenden Seiten: Burda-Masken


Die Adressen der drei  Einrichtungen sind:

  1. Stiftung St. Thomaehof, Seniorenzentrum In den Rosenäckern, In den Rosenäckern 10/11, 38116 Braunschweig
  2. Haus Auguste, Ottweilerstraße 140, 38116 Braunschweig
  3. Senioren- und Pflegeheim Alt-Lehndorf, Hannoversche Str. 40, 38116 Braunschweig

Die Atemmasken können Sie im Pfarramt abgeben oder direkt den Einrichtungen zukommen lassen.

Die Bedeutung dieser Anfrage ist angesichts der Situation auch ohne weitere Erläuterung erkennbar. Wir bedanken uns ganz herzliche für die Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen auch von Pfr. Sindermann aus der Kreuzgemeinde und St. Jürgen aus Ölper

 

Ihr Stefan Behrendt