Kurzandacht zum Sonntag Jubilate

 

Kurzandacht zum Sonntag Jubilate

Johannes 15, 5
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.


Der Vers vom Weinstock und den Reben ist vielen Menschen vertraut. Das Bildwort zeigt die Verbindung zwischen einem Menschen, der im Glauben lebt, und dem, der der Grund dieses Glaubens ist: Jesus Christus. Am Ende des Verses wechselt die Perspektive vom Bildwort zurück zur Bindung zwischen den Nachfolgern und Jesus. Es wird ganz einfach gesagt: ohne mich – also Jesus – könnt ihr nichts tun.
Zunächst einmal ist das Ende dieses Verses recht provokant. Denn sehr wohl kann ist etwas tun – auch wenn ich keinen Glauben habe oder Zweifel mich quälen. Warum sollte ich nichts tun können in einem Leben ohne Glauben und dessen Grund, Jesus Christus? Viele Menschen haben keinen oder ganz individuellen Glauben und fühlen sich dadurch eher in ihre Freiheit gestärkt als geschwächt.
Seit einigen Jahren haben wir zwei Weinstöcke in unserem Garten. Einen Weinstock mit roten Trauben und einen Weinstock mit weißen Trauben. Wie ein Weinstock aussieht, ist bekannt. Allerdings einen Weinstock im Verlauf der Jahreszeiten genauer zu betrachten, kann für dieses Bildwort eine Hilfe sein. Nachdem die Trauben geerntet und die alten Reben zurückgeschnitten wurden, wachsen schon nach wenigen Wochen die Zweifel, ob aus diesem alten knorrigen Stück Holz jemals wieder ein neuer Trieb entstehen kann. So ist der Weinstock gewissermaßen auch ein Sinnbild für Zweifel. Wie soll etwas lebendig sein, obwohl es doch recht leblos oder sogar erstorben scheint – über Wochen, Monate hinweg?
Es ist ein gutes Bild für den Glauben, weil es doch den Umstand aufnimmt, dass auch hier Lebendiges und auch Totgeglaubtes oft dicht beieinander liegen. Glauben und Zweifel gehen Hand in Hand. Dass aus Menschen, die Zweifel und auch Niedergeschlagenheit in sich tragen, etwas Neues und Lebendiges entstehen könnte, wird von vielen für unwahrscheinlich gehalten.
Dem Austrieb am Weinstock geht im Frühjahr das „bluten“ der alten Schnittstellen voran; als wäre der erste Saft im Frühjahr ein Zeichen der Trauer: Tränen. Aber fast zeitgleich rührt sich Leben im scheinbar toten Holz. Der Augenschein trügt.
Der Rebstock und seine Reben sind ein Sinnbild für alles Alte und Neue und ihre innere Verbindung, die sich doch nicht ohne Folgen einfach kappen lässt. Was mag der junge Trieb vom alten Holz halten, aus dem er hervorgeht?
Der Kontrast ist für einige schwer auszuhalten; für viele aber ein Trost und eine lebendige Hoffnung. So bleibt der Weinstock ein Sinnbild des Lebens. Es macht Mühe. Es ist mühsam, manchmal kraftraubend und fragwürdig, aber auch wunderbar im Alten immer wieder Neues und Lebendiges zu entdecken.
Ich wünsche uns, dass wir in allem, was wir für erstorben halten, nach dem Lebendigen suchen können. Wir werden es finden und es wird Frucht bringen.
Bleiben Sie behütet, begleitet und voller Hoffnung!

Ihr Stefan Behrendt

 

Kurzandacht zum Sonntag Misericordias Domini

 

Wochenspruch für den Sonntag Misericordias Domini am 26.04.2020

  
"Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben." | Joh 10,11a.27–28a


Liebe Leserinnen und Leser!

An diesem und dem kommenden Wochenende hätte wir 34 junge Menschen konfirmiert. Nun ist alles anders gekommen und wir mussten die Konfirmationsgottesdienste verschieben. Die Jugendlichen sind traurig, weil ihre Einsegnung, das Wiedersehen mit den anderen Konfis und dem Team verschoben wird und über allem eine gewisse Unsicherheit liegt. Es macht sich ein wenig Einsamkeit breit und die Stimmung der letzten Tage macht es nicht besser. Alles wirkt ein wenig orientierungslos.


Aber mit dieser Stimmung  landen wir mitten im Wochenspruch für den heutigen Sonntag. „Ich bin der gute Hirte“, sagt Jesus: der zweite Sonntag nach Ostern ist der Hirtensonntag. Die Schafe kennen die Stimme des Hirten – und er sorgt für sie.
Auf dem Weg zum Erwachsen werden ist es zunächst keine gute Idee junge Menschen mit Schafen zu vergleichen. Sie haben gerade begonnen sich in der häuslichen und elterlichen Enge ein paar Freiräume zu erstreiten, die sie auch nach eigenen Vorstellungen nutzen wollen.
Aber was bei aller wachsenden Mündigkeit bleibt - egal ob Konfi oder "schon groß", ist das Bedürfnis nach Geborgenheit und das Gefühl angenommen zu sein. Gerade wenn die Familie ausbleibt, kann es schon einmal einsam werden. Aber gerade in diesen Tagen machen wir die Erfahrung, dass wir uns gegenseitig Gottes Segen zusprechen können als Erinnerung, dass wir nicht einsam sein müssen und wir so sein dürfen, wie wir sind.

Wer die digitalen Jugendandacht erlebt hat, der weiß, wie es gehen kann. In den kommenden Wochen wird Gottes Segen bestimmt in vielfältiger Weise und in allen Formen weitergegeben – gesprochen, geschrieben, gesungen, digital, analog oder auch mit einer segnenden Hand von Mensch zu Mensch. Der Segen Gottes erneuert sich immer wieder, wenn wir danach suchen und nach ihm Fragen und ihn auch anderen Wünschen und zusprechen. Ein guter Hirte ist ein guter Begleiter im Leben; besonders, wenn die nähere Zukunft ungewiss bleibt. Jesus ist da und bleibt.
Ich wünsche uns in der kommenden Woche Gottes Segen und mindestens einen Guten Hirten oder auch eine gute Hirtin am Wegesrand, die oder der Ausschau hält und uns vor allem Bedrohlichen bewahrt.

 

Eurer Stefan Behrendt, Pfr.

 

Als Vorschlag für einen Hausgottesdienst


Musik zum Ausklang:
Misericordias domine, Collegium Vocale Liebfrauen, Frankfurt a.M.

 

Gemeindeandacht 19.04.2020

 

Gemeindeandacht Quasimodogeniti – 1. Sonntag nach Ostern

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“


Bisher konnte erst eine Gemeindeandacht wegen der außergewöhnlichen Situation in der Wichernkirche gefeiert werden. Trotzdem wollen wir die uns jetzt schon liebgewonnene jüngste „Tradition“ in unserer Gemeinde, wenn auch auf ungewöhnliche Art und Weise, fortführen. Deshalb begrüßen wir alle Besucher der heutigen Andacht sehr herzlich. Zünden Sie sich zu Hause gern eine Kerze an, gern darf auch eine Tasse Kaffee oder Tee neben dem Computer stehen, wir können ja schließlich auch die Vorteile dieser ungewöhnlichen Art, eine Andacht zu feiern, nutzen.

Die ursprüngliche Idee für die Gemeindeandacht am 1.Sonntag nach Ostern war „Singen, Singen und nochmal Singen!“ Dazu möchten wir Sie herzlich einladen, nein eigentlich wollen wir Sie alle dazu auffordern, kräftig einige Lieder mit uns gemeinsam zu singen, zu schmettern oder zu trällern und sich vorzustellen, wir säßen jetzt alle gemeinsam in der Wichernkirche in Lehndorf. Jolanda wird uns kräftig am Klavier begleiten.

Wir möchten beginnen mit dem Lied

„Wir wollen alle fröhlich sein“ EG. Nr. 100  Str. 1;2 und 5

 

Das Evangelium für den heutigen Sonntag steht bei Johannes, Kapitel 20, Verse 19 bis 29
„Jesus zeigt sich seinen Jüngern“

 

Dies bedeutet also für uns, dass wir zu denjenigen gehören, die sich freuen können, weil uns auch in schweren Zeiten unser Glaube nicht verlässt.
Lasst uns diese Freude mit einem weiteren Lied zum Ausdruck bringen:
Wir singen gemeinsam das Lied:

„Geh aus mein Herz" (EG 503, Str. 1; 2; 8; 14)

 

Für die meisten von uns fand das diesjährige Osterfest nicht in gewohnter Form statt. Unsere Familie hat z.B. zum wirklich ersten Mal nicht die Ostertage in unserer thüringischen Heimat bei unseren Eltern / Großeltern verbracht. Dies war für uns alle eine sehr ungewohnte und ehrlich gesagt auch etwas bedrückende Erfahrung. Andererseits, wie oft verschiebt jeder von uns Besuche bei der Familie oder bei Freunden. Aber in der jetzigen Zeit wird jedem von uns klar, wie wichtig diese persönlichen Begegnungen für jeden einzelnen von uns sind. Unsere Hoffnung sollte also sein, dass wir alle jetzt, so gut es uns eben möglich ist, zusammenhalten, uns gegenseitig Halt geben und am Ende gestärkt aus diesem Tal hinausgehen.
Gott gibt uns die Kraft zum Durchhalten, so steht es im Predigttext für den heutigen Sonntag bei Jesaja; Kapitel 40; Vers 26-31
Uns allen wird diese Kraft zugesprochen, aber auch selbst wollen wir uns stärken, indem wir zusammen ein weiteres Lied singen:

„Du meine Seele singe"


Bevor wir das letzte Lied singen werden, in dem wir Gott von ganzem Herzen loben wollen, möchten wir Sie bitten, einen Moment inne zu halten, all Ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und sehr gern in der Stille ein Gebet zu sprechen.
„Großer Gott, wir loben Dich"

 

Zum Schluss bleibt uns nur noch zu sagen: Gemeinsam werden wir diese schwierigen Zeiten überstehen, der Glaube wird uns tragen. Wir freuen uns jetzt schon sehr auf die ersten wieder stattfindenden Gottesdienste / Andachten, in welcher Form auch immer das sein wird.

Wir wünschen Ihnen allen viel Kraft, Zuversicht und Hoffnung. Bleiben Sie bitte alle gesund und singen Sie!

Es grüßt Sie herzlichst
Familie Beer

 

Ostergrüße aus dem Wichernkirche

 

Ostergrüße aus der Wichernkirche

 

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Herzlichen Dank an allen Mitwirkenden! Allen zusammen ein frohes Osterfest.

 

 

 

Die ersten Atemmasken sind angekommen

 

Atemmasken für die Seniorenheime

 

Die ersten Atemmasken sind angekommen! Herzlichen Dank für die Unterstützung! Die Atemmasken auf dem Bild sind von Familie Beer genäht worden. Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich engagieren können und damit auch zum Schutz anderer beitragen!