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Nach der biblischen Schöpfungsüberlieferung hat der Mensch
eine besondere Rolle: er ist Gottes Ebenbild (imago dei),
hat die Aufgabe, über Erde und Tiere zu herrschen und die
ihm anvertraute Schöpfung zu bebauen und zu bewahren. "Und
Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes
schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott
segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret
euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und
herrschet über die Fische im Meer und die Vögel unter dem
Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf
Erden kriecht." (1. Mose 1, 27.28) "Und Gott der Herr nahm
den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn
bebaute und bewahrte." (1. Mose 2, 15)
Diese besondere Rolle
des Menschen im Rahmen der Schöpfungsgemeinschaft gilt es in
zweierlei Hinsicht besser zu verstehen: Wenn vom Menschen
als Ebenbild Gottes die Rede ist, so ist damit gemeint, dass
der Mensch ein Gegenüber Gottes ist, von Gott angeredet und
angesprochen. Als ein solches Gegenüber ist der Mensch Gott
verantwortlich - auch für die Schöpfung. Uns Menschen ist
von Gott die Verantwortung für die Schöpfung aufgetragen.
Denn "Herrschaft über die Mitgeschöpfe" ist nicht mit
Freiheit als unbeschränkter Selbstverfügung gleichzusetzen,
sondern vom christlichen Herrschaftsverständnis, wie Jesus
es beschrieben hat, her zu gestalten: "Wer groß sein will
unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch
der Erste sein will, der soll aller Knecht sein." (Markus
10, 43.44) Herrschaft über die Schöpfung meint also nicht
selbstsüchtige Ausplünderung und Ausnützung der
außermenschlichen Natur, sondern einen vor Gott
verantworteten und bewahrenden Umgang mit ihr.
Es kommt
deshalb, so hieß es 1985 in einer gemeinsamen Erklärung des
Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der
Deutschen Bischofskonferenz, "darauf an, die Natur so zu
‚regieren', dass sie nicht zerstört wird. Dafür müssen alte
Fähigkeiten des schonenden Umgangs neu eingeübt werden."
(Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung. Gemeinsame
Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
und der Deutschen Bischofskonferenz, 1985, These 63) Für
diesen schonenden Umgang mit der Natur hat sich in den
darauf folgenden Jahren in der ökumenischen Diskussion der
Leitbegriff "verantwortliche Haushalterschaft"
herausgebildet. "Haushalterschaft, auf den griechischen
Wortstamm (oikos) zurückgeführt, umfasst sowohl Ökonomie als
auch Ökologie. Es gehört zu den dringlichen Aufgaben von
Wissenschaft und Politik, Ökonomie und Ökologie wieder in
einen Zusammenhang zu bringen. In dem Leitbild der
‚nachhaltig umweltgerechten Entwicklung' (international
geläufig als sustainable development) ist hiermit die
Richtung vorgegeben." (Gefährdetes Klima. Studie des Beirats
des Beauftragten des Rates der EKD für Umweltfragen, EKD-Text 52, 1995, These 25).
Die Installation und Nutzung einer
Fotovoltaikanlage auf dem Dach unseres Gemeindehauses bzw.
unserer Kirche sehen wir als eine Möglichkeit an, als
Kirchengemeinde einen Beitrag zu einer solchen
verantwortlichen Haushalterschaft zu leisten. und in
Verantwortung für die Schöpfung Energie zu produzieren und
zu nutzen.
Kristina Kühnbaum-Schmidt
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