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Die wohl jüngste Gruppe der Wicherngemeinde ist die
Arbeitsgruppe Sonnenstrom. Die Anfänge liegen im November
des vergangenen Jahres. Konstituiert hat sie sich -
zunächst mit vier Mitgliedern, jetzt sind es sieben - auf
ihrer ersten Sitzung im Januar 2001, und inzwischen hat der
Kirchenvorstand ihr die Vollmacht erteilt, in Sachen
Fotovoltaik-Anlage im Namen der Wicherngemeinde zu handeln.
Und um so eine Anlage geht es (Wichern aktuell berichtete
in den beiden vorhergehenden Ausgaben darüber). Wenn es
nach dem Wunsch der Gruppe geht, soll sie auf 50 qm der
nach Süden zeigenden Dachseite der Wichernkirche errichtet
werden.

Von link nach rechts:
Beate Kohlhaas (Architektin),
Detlef Quandt (Gymnasiallehrer),
Heiner Kohlhaas (Architekt),
Manfred Matzke (Physiker),
Thomas Hartmann (Bänker und Pädagoge).
Nicht im Bild sind:
Ralf Braun (Fa. Solvis)
und Wolfgang Hoffmann (Ingenieur für
Abwassertechnik).
Vorübergehende und Interessierte können sich in
einer schematischen Darstellung auf einer Schautafel über
das Funktionieren der Anlage informieren und gleichzeitig
Auskunft erhalten über die momentane Sonneneinstrahlung,
die gewonnene Energie und die Wirtschaftlichkeit der
Anlage. Und diese Schautafel wird dann natürlich mit dem
von der Anlage auf dem Kirchendach erzeugten Strom
gespeist.
Doch noch befindet sich alles in der
Vorbereitungsphase. Die Pläne sollen aber in diesem Jahr
realisiert werden - wenn alles gut geht. Die
Voraussetzungen dafür haben die sieben Mitglieder der
Gruppe Sonnenstrom in mehr als zwölf mehrstündigen
Sitzungen, in Informationsbesuchen bei den einschlägigen
Firmen, beim Stadtkirchenbaurat und nicht zuletzt mit ihrer
Überzeugungsarbeit beim Kirchenvorstand geleistet. Jetzt
kommt es darauf an, dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
den am 5. Juni gestellten Antrag der Wicherngemeinde auf
Zuschüsse aus ihrem Förderprogramm "300 Kirchengemeinden
für die Sonnenenergie" so rechtzeitig genehmigt, dass die
Anlage noch in diesem Jahr installiert werden kann. Denn
nur dann kann der erzeugte Strom 20 Jahre lang für 0,99
DM/kWh an die Stadtwerke verkauft werden (in jedem späteren
Jahr würde der Preis um 0,05 DM sinken). Das ist nämlich
der Clou bei der Sache: Der Wichern-Sonnenstrom soll nicht
etwa für die Beleuchtung der Kirche verwendet werden,
sondern er wird verkauft, und der eigene Bedarf wird dann
mit dem normal von den Stadtwerken gelieferten Strom zu
einem weit geringeren Preis gedeckt. So lässt sich Geld
verdienen! Allerdings werden - bis wirklich verdient wird -
etliche Jahre ins Land gehen.
Zunächst wird Geld benötigt,
und zwar insgesamt ca. 118.000 DM. Mehr als die Hälfte,
nämlich 65.000 DM, wird als Zuschuss von der Bundesstiftung
erwartet. In dem Gesamtbetrag sind etwa 25.000 DM enthalten
für Marketingausgaben, d.h. Öffentlichkeitsarbeit, die
sowohl potentielle Spender ansprechen als auch das
Interesse für derartige Anlagen z.B. bei anderen Gemeinden
und im privaten Bereich wecken will, damit bei einer
verstärkten Produktion die Preise für diese Anlagen sinken
können.
Mit der Öffentlichkeitsarbeit wurde bereits
begonnen. Am 26. Juni waren Menschen in den Gemeindesaal
eingeladen, denen man eine sogenannte Multiplikatorenrolle
zutraut. Mit ihnen sollen Aktionen geplant und Ideen
gesammelt werden z.B. beim Stadtteilkirchentag, etwa mit
einem Solar-Mobil, dem Verkauf von Solarkarten und
ähnlichem, oder für einen zündenden Slogan.
Die Mitglieder
der Gruppe Sonnenstrom, die sich selbst als "ein
funktionierendes Netzwerk von Laien mit Teilkenntnissen"
bezeichnen, sind sämtlich berufstätig und engagieren sich
nach Feierabend für die gute Sache; und die Kirche - so
meinen sie -, die lange im Verdacht der
Technikfeindlichkeit stand, könne mit der Nutzung dieser
zukunftsträchtigen Technik das Gegenteil beweisen. Wichtig
ist ihnen allen die Bewahrung der Schöpfung und die
Rücksicht auf zukünftige Generationen. Wenn viele
mithelfen, könnte ab Ende 2001 die Wicherngemeinde immerhin
dem Ziel, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und
damit eine Vorbildfunktion zu erfüllen, nahe kommen.
Anne-Margret Rietz
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