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Wichern aktuell 4/2001
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Wichern aktuell 4/2001

Die Arbeitsgruppe 

Sonnenstrom 

und ihr Projekt

Die wohl jüngste Gruppe der Wicherngemeinde ist die Arbeitsgruppe Sonnenstrom. Die Anfänge liegen im November des vergangenen Jahres. Konstituiert hat sie sich - zunächst mit vier Mitgliedern, jetzt sind es sieben - auf ihrer ersten Sitzung im Januar 2001, und inzwischen hat der Kirchenvorstand ihr die Vollmacht erteilt, in Sachen Fotovoltaik-Anlage im Namen der Wicherngemeinde zu handeln. Und um so eine Anlage geht es (Wichern aktuell berichtete in den beiden vorhergehenden Ausgaben darüber). Wenn es nach dem Wunsch der Gruppe geht, soll sie auf 50 qm der nach Süden zeigenden Dachseite der Wichernkirche errichtet werden.

Von link nach rechts:
Beate Kohlhaas (Architektin),
Detlef Quandt (Gymnasiallehrer),
Heiner Kohlhaas (Architekt),
Manfred Matzke (Physiker),
Thomas Hartmann (Bänker und Pädagoge).

Nicht im Bild sind:
Ralf Braun (Fa. Solvis)
und Wolfgang Hoffmann (Ingenieur für Abwassertechnik).

Vorübergehende und Interessierte können sich in einer schematischen Darstellung auf einer Schautafel über das Funktionieren der Anlage informieren und gleichzeitig Auskunft erhalten über die momentane Sonneneinstrahlung, die gewonnene Energie und die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Und diese Schautafel wird dann natürlich mit dem von der Anlage auf dem Kirchendach erzeugten Strom gespeist.
Doch noch befindet sich alles in der Vorbereitungsphase. Die Pläne sollen aber in diesem Jahr realisiert werden - wenn alles gut geht. Die Voraussetzungen dafür haben die sieben Mitglieder der Gruppe Sonnenstrom in mehr als zwölf mehrstündigen Sitzungen, in Informationsbesuchen bei den einschlägigen Firmen, beim Stadtkirchenbaurat und nicht zuletzt mit ihrer Überzeugungsarbeit beim Kirchenvorstand geleistet. Jetzt kommt es darauf an, dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt den am 5. Juni gestellten Antrag der Wicherngemeinde auf Zuschüsse aus ihrem Förderprogramm "300 Kirchengemeinden für die Sonnenenergie" so rechtzeitig genehmigt, dass die Anlage noch in diesem Jahr installiert werden kann. Denn nur dann kann der erzeugte Strom 20 Jahre lang für 0,99 DM/kWh an die Stadtwerke verkauft werden (in jedem späteren Jahr würde der Preis um 0,05 DM sinken). Das ist nämlich der Clou bei der Sache: Der Wichern-Sonnenstrom soll nicht etwa für die Beleuchtung der Kirche verwendet werden, sondern er wird verkauft, und der eigene Bedarf wird dann mit dem normal von den Stadtwerken gelieferten Strom zu einem weit geringeren Preis gedeckt. So lässt sich Geld verdienen! Allerdings werden - bis wirklich verdient wird - etliche Jahre ins Land gehen.
Zunächst wird Geld benötigt, und zwar insgesamt ca. 118.000 DM. Mehr als die Hälfte, nämlich 65.000 DM, wird als Zuschuss von der Bundesstiftung erwartet. In dem Gesamtbetrag sind etwa 25.000 DM enthalten für Marketingausgaben, d.h. Öffentlichkeitsarbeit, die sowohl potentielle Spender ansprechen als auch das Interesse für derartige Anlagen z.B. bei anderen Gemeinden und im privaten Bereich wecken will, damit bei einer verstärkten Produktion die Preise für diese Anlagen sinken können.
Mit der Öffentlichkeitsarbeit wurde bereits begonnen. Am 26. Juni waren Menschen in den Gemeindesaal eingeladen, denen man eine sogenannte Multiplikatorenrolle zutraut. Mit ihnen sollen Aktionen geplant und Ideen gesammelt werden z.B. beim Stadtteilkirchentag, etwa mit einem Solar-Mobil, dem Verkauf von Solarkarten und ähnlichem, oder für einen zündenden Slogan.
Die Mitglieder der Gruppe Sonnenstrom, die sich selbst als "ein funktionierendes Netzwerk von Laien mit Teilkenntnissen" bezeichnen, sind sämtlich berufstätig und engagieren sich nach Feierabend für die gute Sache; und die Kirche - so meinen sie -, die lange im Verdacht der Technikfeindlichkeit stand, könne mit der Nutzung dieser zukunftsträchtigen Technik das Gegenteil beweisen. Wichtig ist ihnen allen die Bewahrung der Schöpfung und die Rücksicht auf zukünftige Generationen. Wenn viele mithelfen, könnte ab Ende 2001 die Wicherngemeinde immerhin dem Ziel, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und damit eine Vorbildfunktion zu erfüllen, nahe kommen. 

Anne-Margret Rietz

 
 
 
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