Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde
Wichern aktuell 4/06 
Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde

Das geistliche Wort

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Passbild Güntzel Schmidt

Erntedank - in diesen Tagen freuen wir uns an der Farbenpracht und Fülle der Früchte und sind dankbar für die Gaben dieses Jahres. Dabei denken wir auch an die Früchte unserer Arbeit, an die Früchte der Arbeit in der Wichern-Gemeinde. Am 8. September haben wir das 30-jährige Bestehen des Wichernhauses im Kanzlerfeld gefeiert und mit Dankbarkeit an die Menschen gedacht, die dieses Haus überhaupt ins Leben gerufen haben, die es durch die zurückliegenden 30 Jahre bis in die Gegenwart mit ihrer Arbeit und ihren Ideen erhalten, verschönert und angefüllt haben und noch füllen. Es ist zu einem Treffpunkt und Mittelpunkt unserer Gemeinde geworden.

Vor 30 Jahren wurde das Wichernhaus gebaut. Dieses Jahr entstanden gleich zwei Häuser: Die - zweifellos etwas kleineren - Häuser auf dem Kirchplatz an der Wichernkirche. Sie sind ein Grund, für das große Engagement vieler Menschen für das Projekt der Kirchplatz- Neugestaltung dankbar zu sein. Der Dritte-Welt-Laden hat ein neues Zuhause gefunden und ist festlich eingeweiht worden. Mit ihm steht uns symbolisch immer wieder neu vor Augen, dass es uns gut tut, über unseren Horizont hinaus zu sehen und zu danken. Gerade an Erntedank, an dem unsere eigene Ernte – unserer Gärten und unseres Lebens gleichermaßen – so augenfällig im Mittelpunkt steht. Gerade das Erntedankfest lässt uns an Menschen denken, die zu wenig zum Leben haben.

Und die Neugestaltung des Kirchplatzes, an der viele mitgewirkt und viel von ihrer Zeit, ihrem Können und ihrer Kraft gegeben haben, ist auch ein Symbol dafür, wie viel man durch Teilen erreichen kann und zu welch schönen „Früchten“ es führt. An Erntedank steht das Brot symbolisch für alles, was der Mensch zum Leben braucht und was wir reichlich haben. Wenn wir es teilen, wird daraus etwas Großes und Besonderes.

Ein koreanisches Gedicht sagt das so: 

Das Brot ist der Himmel.
Wie du den Himmel nicht allein haben kannst,
musst du das Brot mit den anderen teilen.
Das Brot ist der Himmel.
Wie der Anblick der Sterne am Himmel allen gemein ist,
musst du das Brot mit den anderen zusammen essen.
Das Brot ist der Himmel.
Kommt das Brot in deinen Mund hinein,
nimmt dein Körper den Himmel auf.
Das Brot ist der Himmel.
Das Brot muss man teilen 

Wenn wir das Teilen üben, erleben wir schon im irdischen Leben eine Ahnung vom Reich Gottes. 

So möge es sein! Einen gesegneten Erntedank wünscht 

Ihr Güntzel Schmidt


Matthias Rahm Stand: 24.11.2006 Impressum: Wichern aktuell Impressum