Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde
Wichern aktuell 1/2005 
Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde

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Ein Förderverein wird gegründet

Als wir die Konfirmandinnen und Konfirmanden beim Kurs "Gemeinde kennen lernen" fragten, wie viele Menschen zur Gemeinde gehören, rangierten die Antworten von 50 bis 500. Mehr als 800 wollte niemand bieten. Dabei gehören mehr als 3.800 Menschen zur Wicherngemeinde, über ein Drittel der in den beiden Stadtteilen Lehndorf und Kanzlerfeld lebenden Menschen.

Im Kanzlerfeld ist das Wichernhaus sogar der einzige öffentlich nutzbare Raum im Stadtteil; es ist durch Frau Rieke zu einem einladenden und offenen Ort geworden. Bald wird auch die Kirche in Lehndorf für Begegnungen und Gespräche offen sein - oder für eine kurze Verschnaufpause vom Einkaufen auf dem Markt; viele Voraussetzungen dafür sind schon geschaffen. 

Eine offene Tür für alle Menschen im Stadtteil, ohne nach der Kirchenmitgliedschaft zu fragen - das möchten wir als Wicherngemeinde Ihnen bieten. Aber gerade Dinge, die gratis sind, kosten Geld: Die Gehälter von Menschen, die für die Gebäude und für die Veranstaltungen in den Gebäuden sorgen, für Gottesdienste und Musik. Kosten entstehen auch für Strom, Wasser und Heizung. Geld brauchen wir für Reparaturen (die wir, wo es geht, in Eigenleistung durchführen - Herrn Döhl sei Dank!), für die Anschaffung von Mikrofonen fürs Kindermusical, zur Finanzierung von Jugendlichen im Ferienseminar, deren Eltern das Geld für den Teilnehmerbeitrag nicht aufbringen können. Geld ist nötig für den Bulli, der Seniorinnen und Senioren zum Gottesdienst oder zum Kaffee abholt und wieder nach Hause bringt. Es klingt so einfach: eine offene Tür. Aber damit sie offen stehen und Menschen einladen kann, braucht es - bei aller Sparsamkeit - doch einiges an finanziellen Mitteln. 

Wir möchten auch in Zukunft trotz sinkender Kirchensteuereinnahmen und trotz Kürzungen von Stellen für Sie da sein. Wir wollen unsere Tür für Sie offen halten. Wir möchten mit Ihnen gemeinsam das Leben in Lehndorf und im Kanzlerfeld gestalten. Deshalb werden wir am 6. März, bei einer Gemeindeversammlung, einen Förderverein gründen. Dieser Förderverein richtet sich besonders an Menschen, die nicht Mitglied unserer Gemeinde sind, und an die Gemeindeglieder, die keine Kirchensteuer zahlen, aber dennoch etwas für die Wicherngemeinde tun möchten. Der Zweck des Vereins ist es, unsere Arbeit finanziell zu unterstützen. Wir möchten so allen Menschen eine Chance bieten, die nicht die Kraft oder die Zeit haben, sich in der Gemeinde oder in den Vereinen im Stadtteil zu engagieren, etwas Gutes für die Menschen hier zu tun. Das Geld, das der Förderverein sammelt, wird ausschließlich für Projekte der Gemeinde in Lehndorf und im Kanzlerfeld verwendet; es kommt den Menschen zugute, die hier wohnen. Die Mitglieder entscheiden mit, welche Projekte unterstützt werden sollen. Über die Verwendung der Gelder wird öffentlich Rechenschaft abgelegt. Wir suchen Mitglieder für den Förderverein und laden Sie herzlich ein, beizutreten. Wir suchen auch Menschen, die Verantwortung in diesem Verein übernehmen können und wollen.

Möchten Sie mehr erfahren? 
Für Informationen stehen Ihnen die Pfarrer und Kirchenvorsteher zur Verfügung. 

Sind Sie interessiert? 
Dann kommen Sie bitte am Sonntag, 6. März, um 10.15 Uhr in die Wichernkirche zur Gründungsversammlung. 

Wir freuen uns auf Sie! 

Güntzel Schmidt


Sparmaßnahmen der Landeskirche

Die kirchlichen Einnahmen aus Kirchensteuern gehen zurück. Weil die Kirchensteuer an die Löhne gekoppelt ist (sie beträgt 8% der Lohnsteuer), leidet die Kirche ebenso wie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an der flauen Konjunktur und der hohen Arbeitslosigkeit. Inzwischen ist der Rückgang der Einnahmen so stark, dass uns die Kirchensteuerzuweisungen massiv gekürzt wurden, in diesem Jahr um rund 11%, im nächsten Jahr kommen noch einmal rund 14% hinzu, so dass wir in zwei Jahren mit 3/4 unserer Mittel von 2004 auskommen müssen. Da wir als relativ junge Gemeinde nicht über Grundbesitz oder Stiftungen verfügen - nicht einmal die Kirche gehört der Gemeinde -, dafür aber über viele alte Gebäude, die hohe Energiekosten verursachen, leben wir schon seit langem "von der Hand in den Mund". Nur dank Ihrer großen Spendenbereitschaft waren wir bisher in der Lage, Projekte wie die neue Orgel oder die Teeküche in der Kirche zu verwirklichen.

Doch die massiven Einbußen in diesem und im nächsten Jahr können wir leider nicht mehr auffangen. Das bedeutet, dass wir u.a. die Stunden unserer Mitarbeiterinnen - und damit auch unseren "Service" - reduzieren müssen. Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer: die Mitarbeiterinnen der Gemeinde leisten schließlich exzellente Arbeit, und dank ihrer Arbeit können wir viele Menschen erreichen.

Welche Auswirkungen der Sparzwang im Einzelnen hat, wird der Kirchenvorstand in den kommenden Wochen beraten; wir werden hier davon berichten. Schon jetzt möchten wir Sie um Verständnis für die Schritte bitten, die wir werden gehen müssen. Wir hoffen, dass wir mit Ihrer Hilfe - durch Ihre Mitgliedschaft im Förderverein (siehe Gemeindeversammlung) oder durch Ihre ehrenamtliche Mitarbeit - unsere gute Arbeit fortsetzen können. 

Güntzel Schmidt


Matthias Rahm zurück zu WA 1/05 Stand: 22.02.2005 Impressum: Wichern aktuell Impressum