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Leserbrief
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Nach Fertigstellung des vorherigen Gemeindebriefes erreichte
uns am 8. Juni der Leserbrief von Erika Tartsch. Inzwischen
kann in der Kirche das annähernd abgeschlossene Projekt
besichtigt werden. Dennoch drucken wir gerne den Leserbrief
mit einer Antwort von Pfarrer Güntzel Schmidt ab.
Die
Küchenzeile unter der Empore in der Wichernkirche. Noch ohne die Schiebetüren
hinter denen sie sich versteckt, wenn alles fertig ist.
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In Heft 2 von Wichern aktuell bittet die Vorsitzende des
Kirchenvorstandes um Spenden für den Einbau einer
Küchenzeile unter der Empore unserer Kirche.
Zunächst
glaubte ich, es handele sich um eine satirische Anleitung,
wie man einem Kirchenraum die letzte Weihe nimmt. Ich musste
aber schnell feststellen, dass hier ein Kirchenvorstand (KV)
offensichtlich vergessen zu haben scheint, dass es sich bei
einem Kirchenraum nicht um eine Cafeteria handelt, sondern
um das Haus Gottes, in welchem wir Gottesdienste zu seinen
Ehren feiern.
Die KV-Vorsitzende begründet ihren Wunsch nach
der Küchenzeile unter der Empore damit, "unsere Kirche noch
mehr als Ort der Begegnung" zu nutzen, um "Kaffee trinken,
erzählen, miteinander zusammen sein" zu können. Das alles
ist bisher schon möglich; denn Kaffee steht nach dem
Gottesdienst in Thermoskannen bereit, so dass jeder genau
das haben konnte, wozu die Vorsitzende nun eine ganze
Küchenzeile glaubt benötigen zu müssen.
Nein, als "Ort der
Begegnung" braucht unsere Wichernkirche keine Küchenzeile,
sondern gute Gottesdienste mit guten Predigten, aus denen
die Gemeindeglieder Kraft und Mut für ihren Alltag schöpfen
können! Das ist der Auftrag Gottes für eine lebendige
Gemeindearbeit! Oder glaubt der Kirchenvorstand, dass
Gottesdienste zahlreicher besucht würden, wenn bereits beim
Schlusssegen die Kaffeemaschine erbauend gluckert?
Dass in
der Rangfolge der Spendenbitten "Gesangbücher" erst auf dem
letzten Platz erscheinen, wundert dann im übrigen auch nicht
mehr.
Erika Tartsch
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Antwort auf den Leserbrief
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Offen soll unsere Wichernkirche sein, zum Verweilen einladen
und Möglichkeiten des Gesprächs und der Begegnung schaffen.
Vor allem das Marktcafé soll wiederbelebt werden. - Das
waren die Ziele, die sich der Kirchenvorstand auf seiner
letzten Klausurtagung gesetzt hatte. Wichtigstes Mittel zum
Erreichen dieses Zieles, darüber waren wir uns schnell
einig, ist eine möglichst nah an der Kirche gelegene
Teeküche. Denn daran war das Marktcafé zuletzt gescheitert:
Dass es zu beschwerlich wurde, Tassen und Kannen vom
Gemeindesaal den weiten Weg bis in die Kirche zu schleppen,
und anschließend das benutzte Geschirr zurück. Nach dem
Gottesdienst "mal eben schnell" einen Kaffee kochen, weil
viele noch gern bleiben würden - unmöglich. Aber wo sonst
sollte man eine Teeküche einbauen? Weder im Keller noch in
Sakristei oder Büro ist dafür Platz. Also entstand die Idee,
an der Rückwand der Empore eine Möglichkeit zu schaffen,
Wasser zu erhitzen und Geschirr zu spülen: eine "Teeküche",
natürlich verborgen hinter einer Schiebewand. Gering waren
die Bedenken: Die großen, ehrwürdigen Innenstadtkirchen sind
mit Waschbecken, Boiler und WCs ausgestattet, seien es St.
Andreas, St. Petri oder der Dom.
"Wir achten unsere schöne Kirche"
Günzel Schmidt
Der Leserbrief von Frau
Tartsch hat gezeigt, dass man derlei Maßnahmen auch
missverstehen kann - zumal, wenn sie als "Küchenzeile"
vorgestellt werden. Deshalb bin ich dankbar für diesen
Leserbrief, der sicherlich manche Befürchtung zum Ausdruck
bringt. Und ich hoffe, dass diese Befürchtungen zerstreut
werden konnten. Wir achten unsere schöne Kirche und wünschen
uns, dass sie von vielen besucht, als heiliger Raum und als
Ort der Begegnung geschätzt wird - dazu möchten wir alle
einladen. Eine Tasse Kaffee ist ein wichtiges Zeichen der
Gastfreundschaft, und oft genug ein guter Grund, noch einen
Augenblick zu bleiben. Wir glauben, dass eine Teeküche in
der Kirche dieses Ziel erreicht und uns hilft, das Marktcafé
wieder zu beleben. Darüber würden sich auch unsere Gäste aus
den Rosenäckern sehr freuen.
Güntzel Schmidt
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