Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde

Wichern aktuell 4/2004

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Leserbrief

Nach Fertigstellung des vorherigen Gemeindebriefes erreichte uns am 8. Juni der Leserbrief von Erika Tartsch. Inzwischen kann in der Kirche das annähernd abgeschlossene Projekt besichtigt werden. Dennoch drucken wir gerne den Leserbrief mit einer Antwort von Pfarrer Güntzel Schmidt ab.

Küchenzeile unter der Empore  Die Küchenzeile unter der Empore in der Wichernkirche. Noch ohne die Schiebetüren hinter denen sie sich versteckt, wenn alles fertig ist.


In Heft 2 von Wichern aktuell bittet die Vorsitzende des Kirchenvorstandes um Spenden für den Einbau einer Küchenzeile unter der Empore unserer Kirche.

Zunächst glaubte ich, es handele sich um eine satirische Anleitung, wie man einem Kirchenraum die letzte Weihe nimmt. Ich musste aber schnell feststellen, dass hier ein Kirchenvorstand (KV) offensichtlich vergessen zu haben scheint, dass es sich bei einem Kirchenraum nicht um eine Cafeteria handelt, sondern um das Haus Gottes, in welchem wir Gottesdienste zu seinen Ehren feiern.

Die KV-Vorsitzende begründet ihren Wunsch nach der Küchenzeile unter der Empore damit, "unsere Kirche noch mehr als Ort der Begegnung" zu nutzen, um "Kaffee trinken, erzählen, miteinander zusammen sein" zu können. Das alles ist bisher schon möglich; denn Kaffee steht nach dem Gottesdienst in Thermoskannen bereit, so dass jeder genau das haben konnte, wozu die Vorsitzende nun eine ganze Küchenzeile glaubt benötigen zu müssen.

Nein, als "Ort der Begegnung" braucht unsere Wichernkirche keine Küchenzeile, sondern gute Gottesdienste mit guten Predigten, aus denen die Gemeindeglieder Kraft und Mut für ihren Alltag schöpfen können! Das ist der Auftrag Gottes für eine lebendige Gemeindearbeit! Oder glaubt der Kirchenvorstand, dass Gottesdienste zahlreicher besucht würden, wenn bereits beim Schlusssegen die Kaffeemaschine erbauend gluckert?

Dass in der Rangfolge der Spendenbitten "Gesangbücher" erst auf dem letzten Platz erscheinen, wundert dann im übrigen auch nicht mehr.

Erika Tartsch


Antwort auf den Leserbrief

Offen soll unsere Wichernkirche sein, zum Verweilen einladen und Möglichkeiten des Gesprächs und der Begegnung schaffen. Vor allem das Marktcafé soll wiederbelebt werden. - Das waren die Ziele, die sich der Kirchenvorstand auf seiner letzten Klausurtagung gesetzt hatte. Wichtigstes Mittel zum Erreichen dieses Zieles, darüber waren wir uns schnell einig, ist eine möglichst nah an der Kirche gelegene Teeküche. Denn daran war das Marktcafé zuletzt gescheitert: Dass es zu beschwerlich wurde, Tassen und Kannen vom Gemeindesaal den weiten Weg bis in die Kirche zu schleppen, und anschließend das benutzte Geschirr zurück. Nach dem Gottesdienst "mal eben schnell" einen Kaffee kochen, weil viele noch gern bleiben würden - unmöglich. Aber wo sonst sollte man eine Teeküche einbauen? Weder im Keller noch in Sakristei oder Büro ist dafür Platz. Also entstand die Idee, an der Rückwand der Empore eine Möglichkeit zu schaffen, Wasser zu erhitzen und Geschirr zu spülen: eine "Teeküche", natürlich verborgen hinter einer Schiebewand. Gering waren die Bedenken: Die großen, ehrwürdigen Innenstadtkirchen sind mit Waschbecken, Boiler und WCs ausgestattet, seien es St. Andreas, St. Petri oder der Dom.

"Wir achten unsere schöne Kirche"

Günzel Schmidt

Der Leserbrief von Frau Tartsch hat gezeigt, dass man derlei Maßnahmen auch missverstehen kann - zumal, wenn sie als "Küchenzeile" vorgestellt werden. Deshalb bin ich dankbar für diesen Leserbrief, der sicherlich manche Befürchtung zum Ausdruck bringt. Und ich hoffe, dass diese Befürchtungen zerstreut werden konnten. Wir achten unsere schöne Kirche und wünschen uns, dass sie von vielen besucht, als heiliger Raum und als Ort der Begegnung geschätzt wird - dazu möchten wir alle einladen. Eine Tasse Kaffee ist ein wichtiges Zeichen der Gastfreundschaft, und oft genug ein guter Grund, noch einen Augenblick zu bleiben. Wir glauben, dass eine Teeküche in der Kirche dieses Ziel erreicht und uns hilft, das Marktcafé wieder zu beleben. Darüber würden sich auch unsere Gäste aus den Rosenäckern sehr freuen.

Güntzel Schmidt

 
 
 

Matthias Rahm zurück zu WA 4/2004 Stand: 23.09.2004 Impressum: Wichern aktuell Impressum