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Advent ist im Dezember

 Mitten im Sommer geht es wieder los

Die Kampagne "Advent ist im Dezember" kann bereits Erfolge verzeichnen

Zu einer "Politik mit dem Einkaufskorb" will Landesbischöfin Margot Käßmann die Konsumentinnen und Konsumenten bei der "Adventskampagne" auffordern. Unter dem Motto "Advent ist im Dezember" will die von Bischöfin Käßmann angeregte Initiative erreichen, dass Weihnachtsartikel nicht schon im Spätsommer verkauft und Weihnachtsmärkte erst nach dem Ewigkeitssonntag eröffnet werden.

Vor der Synode der hannoverschen Landeskirche berichtete die Bischöfin von einem "schwierigen Gespräch", das im Juni mit Vertretern von Kirchen, Gemeinden, Einzelhandel und Schaustellern sowie der Gewerkschaft stattfand. Besonders Einzelhandel und Schausteller hätten sich von der Kirche "angegriffen" und "bedroht" gefühlt und auf die Freiheit des Marktes verwiesen. Das Präsidium des Deutschen Städtetages habe jedoch das Anliegen der Kirchen unterstützt, berichtete Käßmann. Ihr sei klar, dass die Adventskampagne langfristig angelegt werden müsse. Sie zeige aber schon erste Erfolge. So habe das VW-Werk 2001 die Beleuchtung seiner als Adventskerzen geschmückten Schlote vor dem Ewigkeitssonntag bis zum Montag danach wieder abgeschaltet, nachdem ein Pastor mit dem Kampagnenmaterial vorstellig geworden sei.

In Hildesheim habe es Proteste gegeben, als der zentrale Weihnachtsbaum vor dem Totensonntag aufgestellt wurde. In Uslar hätten die evangelische und die katholische Kirche gemeinsam erreicht, dass ein bereits eröffneter Weihnachtsmarkt am Totensonntag geschlossen wurde. Auch viele Einzelne hätten begonnen, die Kampagne mit Briefen, Gespräche und ihrem eigenen Einkaufsverhalten zu unterstützen. 

Inzwischen beteiligen sich nicht nur die Landeskirchen Baden, Bayern und Württemberg, sondern auch die von Berlin- Brandenburg an der Kampagne. Der diesjährige Start solle gleich nach den Sommerferien sein. Dafür sei eine Postkarte entworfen, die einen Adventskranz in einem Schwimmreifen auf blauem Wasser zeige unter der Überschrift "Sind wir noch zu retten?". 

Renate Manhart 

Dieser Beitrag war im Juli in der Evangelischen Zeitung (EZ Juli/2003) zu lesen.

 
 
 
Matthias Rahm Stand: 19.09.2003 Impressum: Wichern aktuell Impressum