Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde
Wichern aktuell 4/2002
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Wichern aktuell 4/2002
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Zehn An-Gebote zum Erntedank

  1. Ernten-Können und Satt-Werden sind Schöpfungsgeschenke. So feiern wir Erntedank und suchen nach seiner Bedeutung für unser Alltagsleben.
  2. Dass wir zu essen haben, verdanke wir der Arbeit von Bäuerinnen und Bauern. Dafür gebührt ihnen - mehr als bisher - Beachtung und Gerechtigkeit.
  3. Bauern können dauerhaft gesunde Lebensmittel umweltverträglich erzeugen. Dazu gehört, dass uns unsere Nahrung wieder kostbar wird und wir ehrliche Preise zahlen.
  4. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist Aufgabe und Verpflichtung für Stadt und Land. Sie dauerhaft zu erhalten und zu fördern, ist verantwortlicher Dienst an der Schöpfung.
  5. Pflanzen, Tiere und Menschen brauchen reine Luft und sauberes Wasser. Wie wir produzieren und konsumieren, entscheidet über den Zustand dieser Elemente.
  6. Das Leben neben und nach uns bedarf der Fürsorge. Unser Schöpfungsverständnis erfordert den Verzicht auf Gentechnlk in der Landwirtschaft und auf Patentierung von Leben.
  7. Gelebte Gerechtigkeit beginnt beim Teilen, beim Teilhaben an Land, Saatgut und Wasser, an Arbeit und Löhnen. Reichtum, Armut und Hunger sind nicht gottgegeben.
  8. Tiere gehören zu einer vielseitigen Landwirtschaft. Bei unserem Einkauf entscheiden wir darüber mit, ob diese Geschöpfe art- und tiergerecht oder industriell gehalten werden.
  9. Wir können lebendige Dörfer inmitten gepflegter Kulturlandschaften fördern. So gilt unsere Vorliebe unverfälschten Lebensmitteln, die regional erzeugt und verarbeitet sind.
  10. Für das Bebauen und Bewahren der guten Erde brauchen wir Arbeitsplätze gegen Landflucht, Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Regionalität vor Welthandel, Stadt wie Land, Mitbestimmung und Begegnung.
 
 
 
 Matthias Rahm  Stand: 24.09.2002