Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde

Wichern aktuell 3/2004

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Von dem Mut, die richtigen Worte zu sagen

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Passbild_FayFuerst.jpg Das Pfingstfest ist gerade vorüber. Für viele eine Chance, über ein verlängertes Wochenende mit Freunden oder Familie ins In- oder Ausland zu verreisen. Wichtige Zeit zum Ausruhen, für gemeinsame Erlebnisse, wichtige Zeit für einander. Doch, wenn Sie im Ausland gefragt würden, warum Sie eigentlich freihaben? Was Pfingsten eigentlich gefeiert wird? Dann würden viele von uns wahrscheinlich um eine Antwort verlegen sein.

Weihnachten, Ostern, ja, das ist uns klar, aber Pfingsten, fünfzig Tage nach Ostern, was war denn da? 

Jesus war nach seiner Auferstehung seinen Freunden und Freundinnen erschienen, hatte mit ihnen gesprochen, sie getröstet. Dann kehrte er zu seinem Vater im Himmel zurück. Die Jünger hatten dies alles erlebt. Es beschäftigte sie Tag und Nacht, aber sie fanden nicht den Mut, darüber öffentlich zu reden. Was würden die anderen dann über sie denken? Und selbst wenn sie es versuchen würden, würde sich damit etwas ändern? So zauderten sie bis Pfingsten. Am Pfingsttag schickte Gott ihnen die Kraft des Heiligen Geistes, die ihnen den Mut gab, öffentlich auszusprechen, was ihre Herzen bewegte und ihnen ein feines Gefühl für ihre Zuhörer schenkte. Sie sprachen so, dass die anderen sie verstehen konnten. So veränderten sie ihre Zukunft, die Geschichte von Jesus wurde weitergegeben.

Das Pfingstfest und unser tägliches Leben haben deutliche Parallelen.

Wie oft zögern wir, ein klärendes Gespräch mit dem Ehepartner, mit dem Freund, der Freundin, mit den Eltern, Kindern oder dem Vorgesetzten zu führen. Da ist unsere Angst vor Streit und Missverständnis, unsere Vermutung, dass sich ja doch nichts ändern wird. Pfingsten verheißt uns etwas anderes: Wir können dem Anderen sagen, was wir fühlen und denken, und dabei wirklich bemüht sein, die Mauern zwischen uns wegzuräumen. Wenn wir so sprechen, dass der Andere uns verstehen kann, dann werden wir die Zukunft im guten Sinne verändern können. Diese Verheißung gilt auch uns heute.

Pfingsten ist gerade vorüber. Vielleicht hatten Sie Zeit für klärende Gespräche, vielleicht liegt Ihr Pfingsten aber auch an einem anderen Tag des Jahres. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dann den Mut und das Feingefühl finden, die richtigen Worte zu sagen.

Markus Fay Fürst

 
 
 

Matthias Rahm zurück zu WA 3/2004 Stand: 11.08.2004 Impressum: Wichern aktuell Impressum