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Wichern aktuell 2/2003

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Im Sommer dieses Jahres soll das Dementenwohnhaus - so der bisherige Arbeitstitel - in der Ottweiler Straße bezugsfertig sein. 

(Foto: Rainer Guth) 

Die Idee für das Projekt des Vereins ambulante Betreuung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen ambet entstand aus den sieben Braunschweiger betreuten Wohngruppen mit jeweils vier bis fünf Personen. Unter ihnen auch Demenzkranke. Das erwies sich aber als problematisch, und so entwickelte sich der Gedanke, für diesen Personenkreis eine eigene Wohngruppe zu schaffen. Um bei der Finanzierung mitzuhelfen, rief die Braunschweiger Zeitung im November 2000 unter dem Motto "Leser helfen" zu Spenden auf. 

In Aussicht genommen war zunächst ein Haus in der Helmstedter Straße, in dem zwei Wohngruppen untergebracht werden sollten. Mit den eingegangenen Spenden konnte das Projekt auf drei Wohngruppen erweitert werden. Das war aber an dem vorgesehenen Standort nicht zu realisieren. Ein geeignetes Grundstück befand sich in Lehndorf, das der Nibelungen Wohnbau gehörte. Die Stadt erwarb es durch Tausch und verpachtete es an ambet. 

Nach dem ersten Spatenstich im Mai 2002 ging der Bau des 2,5-Mio.-Euro-Projektes - ausschließlich mit Firmen aus der Region - zügig voran, so dass am 17. Januar 2003 im Kreis zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens und privater Interessenten das Richtfest gefeiert werden konnte. Inzwischen ist das Dach gedeckt, die Fenster sind eingebaut, und der Innenausbau wurde begonnen. 

450.000 DM, das sind rund 230.000 Euro, wurden an Spenden über die Braunschweiger Zeitung eingeworben. Dieser Betrag wird in die Einrichtung des Hauses und in die Betreuung investiert. Hier soll ein geschützter Raum für Demenzkranke geschaffen werden, der ihre Lebensqualität verbessert. Zum Beispiel werden spezielle Möbel angeschafft, die möglicherweise die Kranken an ihre Kindheit erinnern. Sie sehen äußerlich alt und benutzt aus, sind aber neu und in ihrer Funktion dem Zweck angemessen, jedoch keine so genannten Objektmöbel. Das Konzept des Hauses wurde in enger Zusammenarbeit mit der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle und der Alzheimer-Gesellschaft erarbeitet. Vorgesehen sind drei getrennte Gruppenwohnungem mit jeweils 9 bis 13 Bewohnern. Im Erdgeschoss werden die hochmobilen, schwer dementiell Erkrankten untergebracht, so dass sie den direkten Zugang zu dem Bewegungs- und Sinnesgarten mit Rundweg, Wasserflächen und Gartenhäuschen haben. Das Obergeschoss ist für mittelgradig erkrankte Bewohner ohne ausgeprägten Bewegungsdrang vorgesehen und das Dachgeschoss für eine Gruppe immobiler, bettlägeriger Menschen. 

Im Vordergrund der Betreuung steht die Schaffung einer fördernden, geborgenheitstiftenden, kommunikativen Atmosphäre. Die Kranken werden in die Bewältigung des Alltags nach Möglichkeit aktiv, aber auch passiv einbezogen. Dabei ist die Kenntnis der jeweiligen Biografie der Bewohnerinnen, ihrer Lebensgewohnheiten und Vorlieben, hilfreich. Auf die enge und dauerhafte Zusammenarbeit mit den Angehörigen wird großer Wert gelegt. 

(Rainer Guth im Vordergrund mit ambet Geschäftführer Hans Golmann)

Rainer Guth, Erzieher und Diakon, hat langjährige Erfahrung mit alten und dementen Menschen in betreuten Wohngruppen. Er hat maßgeblich an dem Konzept mitgewirkt und wird das neue Haus leiten. 

Die Betreuung der Kranken im Pflegebereich und in der Hauswirtschaft wird von etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (20 Vollzeitarbeitsstellen) geleistet. Sie müssen Erfahrungen im Altenpflegebereich haben und bereit sein, sich auf den Umgang mit dementen Menschen liebevoll einzulassen. Eine feste Größe des Konzeptes ist auch die laufende Fortbildung der Mitarbeiter. Voraussetzung für die Aufnahme in das Haus ist eine dementielle Erkrankung unterschiedlicher Ursache und eine Einstufung nach dem Pflegeversicherungsgesetz. Die Pflegesätze werden voraussichtlich zwischen 85 und 110 Euro pro Tag liegen. 

Anne-Margret Rietz

 
 
 
Matthias Rahm Stand: 01.04.2003 Impressum: Wichern aktuell Impressum