Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde
Wichern aktuell 2/2003

Home Termine Wichern aktuell Gebäude Kinder Jugendliche Gemeinde Service

Leitartikel
Interview
Spenden
LÖW
Verschiedenes
Krieg
ambet
Konfirmanden
Bücherfest
Frauenfrühstück
Ein Projekt mit Nachwuchssorgen
Bibel Endecker Tour
Mit Musik ...
Landesbischof

Liebe Gemeinde,

Ostern steht vor der Tür, und damit nähern wir uns dem größten kirchlichen Fest des Jahres. Ostern, das ist der Kernpunkt, der Ursprung des christlichen Glaubens. 

Christus ist auferstanden! 

So lautet die Botschaft des Ostersonntages. 
Der Tod hat seine Macht als Endpunkt allen Lebens verloren. Er ist nur noch ein Übergang zu dem, was jenseits des Todes liegt. Jesus von Nazareth, der aus der Liebe Gottes heraus lebte und handelte, der uns zeigte, wie das neue menschliche Miteinander sein könnte, ist von den Toten auferstanden. 

Alle menschliche Macht, Angst und Brutalität, die ihn am Kreuz sterben ließ, war nicht stark genug, um ihn auszulöschen, denn Gottes Wille, uns durch diesen Jesus von Nazareth in Liebe entgegenzukommen, war größer.

Christus ist auferstanden! 

Er war tot und ist wieder lebendig. Ein Wunder - Gott hat die Macht des Todes zum Zeichen der Hoffnung für uns zerbrochen.

Christus ist auferstanden! 

Diese Botschaft bildet das Zentrum des christlichen Glaubens. 
Sie würde allerdings missverstanden, wenn man in ihr nichts weiter sehen würde als eine Vertröstung der Menschen auf das Jenseits. Sicher gehört die christliche Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort behält, zu unserem Glauben an den auferstandenen Christus. Aber genauso gehört zu ihm das Vertrauen, dass wir mit Gottes Beistand auch im Leben neu anfangen können, dass es auch Auferstehungen mitten im Leben gibt.

So wie bei dem blinden Bartimäus, der wie immer an der Mauer der Ausfallstraße von Jericho saß. Der einzige Platz, den ihm die Mitbewohner des Ortes zubilligten. Dort konnte er von den Wanderern meistens ein paar Groschen erbetteln, so gab es wenigstens eine Mahlzeit am Tag. Bartimäus erwartete von seinem Leben nichts mehr, er war gefangen im Selbstmitleid und saß Tag für Tag still an seinem Platz. Die Bewohner bemerkten ihn kaum noch. 

Bis zu dem Tag, als Bartimäus hörte, dass Jesus im Ort war und an seiner Straße vorbeikommen würde. Da erwuchs plötzlich Hoffnung in ihm. Hoffnung auf ein anderes Leben. Er, der innerlich schon gestorben war, erwachte wieder zum Leben, und sofort begann er zu rufen: "Jesus, du Sohn Davids, erbarm dich meiner." 

Die Menschen um ihn herum bedrohten ihn, er solle still sein, doch diesmal ließ sich Bartimäus nicht an den Rand drängen. Stattdessen rief er noch lauter: "Sohn Davids, erbarm dich meiner." Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich rufen und fragte: "Was willst du, dass ich dir tue?" Der Blinde sprach zu ihm: "Rabbi, lass mich wieder sehend werden." Da sprach Jesus zu ihm: "So sei es, dein Glaube hat dir geholfen." Bartimäus war innerlich abgestorben und ist zurückgekehrt ins Leben. Eine Auferstehung mitten im Leben. 

Getragen von der Kraft der Hoffnung und des Vertrauens hat er seine Lethargie überwunden, fand er Heilung von seiner Krankheit, und vor ihm lag ein neues Leben. Die Blindheit des Bartimäus steht stellvertretend für unsere Blindheit, wenn wir in unserem Leben in eine Sackgasse geraten sind. Wenn zum Beispiel die Beziehung zu unserem Ehepartner zu zerbrechen droht, wir aber scheinbar blind sind für die Möglichkeiten, neu aufeinander zuzugehen? 

Wenn wir uns an Lebenssituationen gewöhnen, die uns seelisch und körperlich kaputt machen, und wir nicht mehr dagegen aufbegehren, sondern die Augen schließen und sie erleiden Tag für Tag? In solchen Situationen mögen wir an Jesus und Bartimäus denken. Auferstehung, Heilung, Neuanfang ist möglich, auch für uns. Die scheinbaren Sackgassen des Lebens sind nicht Endstationen, sondern Übergänge zu etwas Neuem.

Christus ist auferstanden! 

Die Osterbotschaft, sie ist weit mehr als eine Vertröstung auf das Jenseits, denn Gott will, dass wir aus der Kraft der Hoffnung, aus dem Vertrauen auf seinen Beistand heraus leben - wirklich leben hier auf Erden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Osterzeit voller Lebensfreude und den Mut, Neuanfänge zu wagen. 

Ihr Markus Fay-Fürst

 
 
 
Matthias Rahm Stand: 31.03.2003 Impressum: Wichern aktuell Impressum