Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde
Wichern aktuell 2/2003

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Neues von Gestern

Die Arbeit mit Gefangenen bzw. der Besuchsdienst in der Justizvollzugsanstalt hat in der Wicherngemeinde eine 30-jährige Tradition. An der Wichtigkeit hat sich bis heute nichts geändert. Mitarbeitende fehlten damals und fehlen heute ( Wichernprojekt ). Lesen Sie Ausschnitte aus einem Artikel im Gemeindebrief KONTAKTE aus dem Jahr 1973: 

Nun auch noch Strafgefangene!

Einige Mitglieder des Kirchenvorstands der Wicherngemeinde und einige weitere Interessierte haben einen AUFFANGKREIS gegründet. Die Anregung dazu ging von Herrn Prof. Dr. Dross aus, der seit Jahren mit Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel Gruppenarbeit betreibt. Als sichtbares Ergebnis dieser Arbeit kann die Gefangenenzeitschrift KASCHOTT angesehen werden. Der Auffangkreis hat sich zur Aufgabe gemacht, mit Strafgefangenen Kontakt aufzunehmen und sie nach ihrer Entlassung zu betreuen. Er schließt damit an die Arbeit an, die die Studentengruppen in der Anstalt vollbringen und kann so von diesen eine Fülle notwendiger Informationen bekommen. 

Da geht es nicht allein um Arbeitsplatz und Wohnung. Die Entlassenen brauchen Rat und Hilfe in jeder Weise, wenn sie nicht erneut scheitern sollen. Nach den Vorstellungen des Auffangkreises muss die Betreuung bereits lange vor dem Entlassungstermin einsetzen. (...) 

Die Mitglieder des Auffangkreises fahren darüber hinaus, wenn es ihre Zeit erlaubt, mit den Studentengruppen in den "Knast", um die Atmosphäre des Strafvollzugs wenigstens teilweise selbst kennen zu lernen. Sie sind sich der Schwierigkeit ihrer Aufgabe bewusst und haben klar erkannt, dass der Kreis der Betreuer möglichst groß sein muss. Denn als Grundsatz muss gelten: Jeder Betreuer darf sich jeweils nur um einen dieser hilfsbedürftigen Menschen kümmern. 

Für den Auffangkreis ergibt sich bereits heute eine bedrückende Situation: Von vielen Seiten werden wir mit dringenden Hilferufen eingedeckt. Dabei haben wir schon jetzt zu wenig Mitarbeiter. Vor allem fehlt es an Leuten, die einen festen Platz in der Gesellschaft haben. (...) 

Nur sie können nämlich das bieten, was der Entlassene braucht: Beständigen Rückhalt. Erfreulich ist die Zahl der jungen Menschen, die sich dem Auffangkreis bereits angeschlossen haben.

Günter Wagner, Klaus-Dieter Herzog, Uwe Wille

 
 
 
Matthias Rahm Stand: 01.04.2003 Impressum: Wichern aktuell Impressum