Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde

Wichern aktuell 1/2004

Das Wichernkreuz, Symbol der Wicherngemeinde


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Das geistliche Wort

Alles ist im Fluss, aber etwas hat Bestand!

Große Erwartungen ruhen auf dem Jahr 2004. Endlich soll der Aufschwung kommen, soll es wieder bergauf gehen, zumindest mit der Wirtschaft.

Diese Hoffnung begründet sich durch ein großes Sparprogramm. Es hat für uns zur Folge, dass die Absicherung des Einzelnen durch den Staat abnimmt. Renten, Zahnersatz, Brillen ..., das sind Bereiche, in denen wir zukünftig mehr selbst tragen müssen. Diese Veränderungen wecken in uns die urmenschliche Angst, gerade, wenn es einem schlecht geht, allein dazustehen. Deswegen gibt es nicht wenige Menschen, die mit Sorge ins Jahr 2004 blicken.

Mitten in die großen Hoffnungen und Sorgen trifft uns als Jahreslosung ein Wort aus dem Markusevangelium (13,31):

Himmel und Erde werden vergehen, das heißt doch auf unsere Situation übertragen: Alles ist im Fluss, ist Veränderungen unterworfen, selbst Himmel und Erde werden eines Tages vergehen. Wenn das stimmt, dann gibt es kein Recht auf Bestandssicherung unseres Wohlstandes, auch nicht von Gottes Seite. Wir haben keinen Grund zum Selbstmitleid, im Vergleich zum Lebensstandard in der Welt, wäre das auch fast zynisch. Wir sollten uns stattdessen den kommenden Aufgaben mit Kraft und Phantasie stellen. Schritte, die bergauf gehen, sind anstrengende Schritte. Jeder geht seine an seinem Platz, doch Grundlage für das gemeinsame Bergsteigen muss ein Verantwortungsgefühl füreinander sein. Sonst droht der Absturz.

Gerade, wenn alles im Fluss ist, brauchen wir etwas, was Bestand hat, was uns Halt und Richtung geben kann. Jesus Worte, sie haben Bestand, sie sind wie Warnschilder, die uns davor bewahren, blindlings den Weg in den Abgrund zu nehmen. Sie sind Hinweisschilder für den richtigen Weg. Eins davon lautet: "Was ihr dem Geringsten unter euch getan habt, das habt ihr mir getan." Wir tragen Verantwortung füreinander Ob das politische Reformprogramm zu einer kalten Gesellschaft ohne Solidarität führen wird, liegt in erster Linie nicht an rechtlichen Bestimmungen, sondern an uns. Nehmen wir die Verantwortung füreinander wahr, oder wollen wir in schwierigen Zeiten hauptsächlich unser Scherflein ins Trockene bringen. Ist es für gut Verdienende wirklich nur eine Last, Steuern zu zahlen, oder ist das nicht ihr Anteil an der Verantwortung für andere? Wenn wir unsere Verantwortung füreinander ernst nehmen, wird immer genug Geld und Wärme da sein, so dass die, die Hilfe brauchen, Unterstützung und Beistand erfahren werden.

Also ersteigen wir den Berg gemeinsam, stellen wir uns den Herausforderungen dieser Zeit, doch behalten wir dabei Jesu Worte im Blick, dann werden wir auch im Jahr 2004 in einer Gesellschaft leben, in der man sich wohl fühlen kann.

Ihr Markus Fay Fürst


Der besondere Kommentar

 
 
 

Matthias Rahm zurück zu WA 1/2004 Stand: 29.01.2004 Impressum: Wichern aktuell Impressum