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Wichern aktuell 1/2003

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Im Januar schon wieder an Weihnachten denken ...

Ein Gespräch mit Gertrud Drieschner über 10 Jahre Strohsterne in Wichern 

Die Idee kam spontan. Eine Idee mit Folgen. 

Im Haus von Freunden der Schwester in Ostfriesland hat Gertrud Drieschner die Sterne zum ersten Mal gesehen und bewundert. Das war 1990. Bei der Vielfalt und Schönheit dieser Strohsterne war ihr klar: solche Sterne würden auch bei uns in der Gemeinde Aufmerksamkeit und Bewunderung finden. Kann man die Technik erlernen? Ja, man konnte. Gertrud Drieschner hat sich nach Machart und nötigen Hilfsmitteln erkundigt, sich die Sache zeigen lassen und ihre Freundin Mechthild Tracums zum Mitmachen angeregt. Sie bastelten los und beratschlagten dabei, wie man die Sterne unter die Menschen bringen und damit - wen wundert's ? - gleich noch Geld für einen guten Zweck zusammenbekommen könnte. Da lag es nah, an Verkauf in der Vorweihnachtszeit zu denken. Und - auch das schien für die Adventszeit geeignet - ein Projekt zu suchen, mit dem Kinder unterstützt werden. Bei Brot für die Welt fanden sie das Material über das Straßenkinderprojekt in Recife/Brasilien. 

Frau DrieschnerNun ist es nach 10 Jahren an der Zeit, die bescheidenen Frauen, die in der Anfangszeit nicht einmal namentlich genannt werden wollten - nach Zahlen zu fragen. Meine erste Frage nach laufenden Metern Stroh oder Strohballen, die verarbeitet wurden, war nicht zu beantworten. Eher schon Fragen nach Anzahl von Sternen und nach Geldbeträgen. Und da erfährt man Überwältigendes: im ersten Jahr gebastelte und verkaufte Sterne: 300. Im Jahr 2002: 435 gebastelt, etwa 355 verkauft, erzielter Erlös 2002: 816 €. Es gab auch schon mal ein Jahr mit 2905 DM Erlös. In den 10 Jahren Gesamterlös: 9717 € (oder, geben wir es zu, es klingt einfach noch besser: fast zwanzigtausend DM). 

In der Kirche werden die Sterne gegen eine Spende abgegeben. Auf dem Markt und im Dritte-Welt-Laden sind die Preise festgelegt. Es gibt auch mal Leute, die spenden nur, ohne Sterne zu nehmen, weil sie den eigenen Baum schon voll und auch alle Freunde schon beschenkt haben. Es soll weitergehen. Auch 2003 werden wieder Sterne verkauft. Und im Januar wird natürlich mit der Produktion angefangen! Im Schnitt jeden Tag 1 Stern!. Mitmacher und Mitmacherinnen sind willkommen, da Mechthild Tracums nur noch eine begrenzte Menge herstellt, die sie dann außerhalb der Wicherngemeinde verkauft (aber auch für das Straßenkinderprojekt). Gertrud Drieschner zeigt gern, wie's geht und würde für Interessierte auch Termine im Herbst für gemeinsames Basteln anbieten. Auch eine schöne Idee für die, die noch nicht im Januar anfangen wollen. Kontakt: G. Drieschner, Tel. 511772. 

Zum Schluss können wir noch ein kleines Dankeschön vom Redaktionsteam für das Interview überreichen: aus aktuellem Anlass einen Türschlossenteiser für den Dritte-Welt-Laden. 

Das Gespräch führte unser Redaktionsmitglied Heidi Quandt

 
 
 
Matthias Rahm Stand: 28.01.2003 Impressum: Wichern aktuell Impressum