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"...Wie Sie es klar ausgedrückt haben, haben die Anschläge
die extreme Verletzlichkeit aller Nationen gezeigt und
darüber hinaus auch die Anfälligkeit des herrschenden
globalen Systems. In einer Welt, in der eine immer größere
Zahl von Nationen und Völkern zu extremer Armut verurteilt
ist, während großer Wohlstand in anderen Teilen angehäuft
wird, eine solche Gesellschaft ist in sich instabil und
verletzlich gegenüber allen Akten solch extremer Gewalt.
Eine Welt, in der Geist, Logik und Praxis des Krieges die
Politik der mächtigen Nationen bestimmt und in der diese
geistige Haltung durch eine immer eindimensionalere
Medienlandschaft auch auf die Völker selbst zurückstrahlt,
eine solche Welt erzeugt Gewalt.
P. Breugel d.Ä.:
Der Turmbau zu Babel
Die Gewalt des Terrorismus
in all seinen Formen ist allen zuwider, die an das
menschliche Leben als einer Gabe Gottes glauben, das von
daher kostbar ist. Jeder Versuch, andere einzuschüchtern,
indem man unterschiedslos Gewalt und Ungerechtigkeit auf sie
kommen lässt, wird weltweit verurteilt. Die Antwort auf
Terrorismus darf nicht vorschnell gegeben werden, da dies
nur zu mehr Gewalt und Terror führen kann. Stattdessen gilt
es zu einem abgestimmten Verhalten aller Nationen zu kommen,
die jede Möglichkeit der Rechtfertigung solcher Akte
verunmöglicht.
Solange die Schreie der durch unaufhörliche
Ungerechtigkeit Gedemütigten, durch die systematische
Vorenthaltung ihrer Rechte, durch die Arroganz der Macht
derjenigen, die unumschränkte militärische Macht in Händen
halten, weiter überhört werden, solange wird sich der
Terrorismus nicht überwinden lassen. Die Antwort auf den
Terrorismus kann nur gefunden werden, wenn sich die Welt den
Übeln zuwendet, welche die Gewalt zwischen und in den
Nationen erzeugt. ...
World Trade Center in New York, September 2001
Die Reaktion auf diesen Akt darf nicht
größerer Isolationismus sein, sondern muss die Nationen dazu
bewegen, sich in einer internationalen Gemeinschaft
zusammenzuschließen und gemeinsam den Herausforderungen zu
stellen und ihren vollen Anteil, sei er finanziell oder
anders gemäß der Charta der Vereinten Nationen zu erfüllen.
Die Reaktion auf diesen Akt darf kein Rückfall in weltweiten
Militarismus, in die Doktrin einer Nationalen Sicherheit
oder eines Ausnahmezustandes sein, der die Garantien und den
Schutz der fundamentalen Menschenrechte aufhebt. Für die
Demokratie wurde ein zu hoher Preis bezahlt, als dass sie
jetzt geopfert werden dürfte. Sicherheit, die auf
überlegener militärischer Macht ruht, muss den Weg
freimachen für eine neue Haltung, die eine menschliche
Sicherheit sucht, die auf Gerechtigkeit für alle beruht.
Der
Respekt vor und die Stärkung der Herrschaft des Rechtes,
national wie international, ist die Basis für eine
gemeinsame Sicherheit und wahre Gerechtigkeit; wir dürfen
nicht zulassen, dass diese Werte weiter an Bedeutung
verlieren.
Eine solche Gerechtigkeit muss sich auch auf
diejenigen erstrecken, die für diese oder ähnliche Akte des
Terrorismus verantwortlich sind, sie müssen sich vor einem
Gericht für ihre Taten verantworten. Die Verletzung der
Gerechtigkeit ist eine andere Form des Terrorismus und darf
nicht geduldet werden. ...
Und schließlich darf die Reaktion
auf diesen unmenschlichen Akt keine nationale, ethnische
oder religiöse Gruppe stigmatisieren. Die Annahme, es gebe
einen Zusammenstoß der Zivilisationen, darf nicht zu einer
sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden."
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