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Wir haben es wirklich noch geschafft - seit
dem 20. Dezember speist die Sonnenstromanlage auf dem
Pfarrhaus-/Kirchendach Sonnenstrom in das Netz der
Braunschweiger Stadtwerke. Hier wird nun Strom ohne
schädliche Emissionen produziert. Warum wir unbedingt im
letzten Jahr noch ans Netz wollten, erklärt sich aus dem
"Erneuerbare Energie-Gesetz", das der Gemeinde für eine kWh
99 Pfennige für 20 Jahre garantiert, in diesem Jahr wären es
pro kWh 5 Pfennige weniger gewesen. (Nebenbei: der
garantierte Festpreis von 99 Pfennigen hat bei einigen
Kritik ausgelöst. Sie stört, dass sie sich mit 0,1 Pfennig
pro kWh an der Förderung alternativer Energiegewinnungen
beteiligen müssen. Hierzu sei nur angemerkt, dass wir alle
die Förderung der Kohle mit dem Kohlepfennig bezahlen und
die Forschung und Entwicklung neuer Techniken wie zum
Beispiel der Atomenergie auch mit unseren Steuern
unterstützen mussten.)
Die Installationsarbeiten der Module
durch die Firma Friese und Röver gestalteten sich aufgrund
des kalten und regnerischen Wetters Mitte Dezember recht
schwierig. Da das Kirchendach sehr steil und uneben ist,
erschwerte dies die Montagearbeiten. Viele Lehndorfer
verfolgten interessiert, wie die Arbeiten voran gingen.
Während der Außenarbeiten erfreute uns die Nachricht, dass
die Niedersächsische Lottostiftung Bingo - die
Umweltlotterie, unsere Sonnenstromanlage nun doch noch mit
einer Fördersumme von 9 000 DM unterstützt. Und dann trafen
jeden Tag immer wieder großzügige Spenden
im Gemeindebüro
ein. Die Unterstützung von so vielen Gemeindemitgliedern mit
kleinen und großen Beträgen hat unsere Erwartungen weit
übertroffen und uns sehr erfreut. Dafür danken wir Ihnen
sehr! Bis zum 10. Januar sind an Spenden und
Sponsorengeldern 28 000 DM eingegangen. Sie haben damit
gezeigt, dass Sie gerne bereit sind, konkrete Schritte vor
Ort zur Bewahrung unserer Schöpfung tatkräftig zu
unterstützen. Dies ist ein sehr ermutigendes Zeichen und
bestärkt uns darin, dass es sich lohnt, sich für die Zukunft
unserer Kinder und Enkel zu engagieren.
Jetzt werden wir
häufig gefragt, wie viel Geld noch nötig ist, um die Anlage
vollständig zu bezahlen. Die Gemeinde hat statt 30.000 DM,
wie von uns vorgesehen, nun nur noch einen Kredit von 20.000
DM aufnehmen müssen. Jede weitere Unterstützung von
Sonnenstrom auf das
Konto der Ev.-luth. Kirchengemeinde Wichern, verringert diese Summe
und ist natürlich auch in Zukunft noch sehr erwünscht.
Der
Schaukasten an der Pfarrhauswand, der allen die produzierte
Strommenge unserer Anlage sichtbar macht, wird aufgrund von
Lieferfristen erst Ende Februar angebracht. (Bis heute, 17.
Januar, hat die Anlage bereits 87 kWh produziert.) Im März
werden wir die Sonnenstromanlage in einem Gottesdienst
feierlich einweihen und durch dieses Himmelsfenster
vielleicht eine neue Wahrnehmung und einen neuen Blick für
die himmlische Energie bekommen, die uns bei der Bewältigung
unserer Alltagsprobleme helfen kann.
Detlef Quandt
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