Die Wichernkirche
Die Kirche für die Siedlung Lehndorf war in der städtebaulichen
Planung im Zentrum am späteren Saarplatz geplant. Nach dem
Bau des sogenannten "Aufbauhauses" (heute "Turm")
wurde der Kirchenbau auf ein untergeordnetes Wohngrundstück
versetzt.
Nach jahrelangen Verhandlungen wurde endlich ein Entwurf des Architekten
Gustav Gsaenger aus München genehmigt, bei der die Kirche,
aus dem Straßenraum zurückgedrängt, keine architektonische
Dominante mehr übernehmen konnte. Trotzdem gelang mit den drei
Baukörpem des Pfarrerwohnhauses, der Kirche im Anschluss daran
und dem winklig dazu stehenden Gemeindesaal, der einfallsreich als
Kirchenerweiterung zu nutzen war, eine einladende Platzgestaltung.
Zuerst entstand das Wohnhaus des Pfarrers mit dem kleinen christlichen
Dachreiter als Ersatz für den nicht genehmigten Kirchturm.
Nach dreijähriger Bauzeit unter der Bauleitung des Braunschweiger
Architekten Wilhelm Kraemer wurde die Kirche am 6.Oktober 1940 geweiht.
Erst 1948 erhielt sie den Namen
"Wichernkirche" zur Erinnerung an den Begründer
der Evangelischen Inneren Mission und des Diakonischen Werkes, Johann
Hinrich Wichern.
Ebenfalls entstand nach dem Kriege der kleine Dachreiter für
zwei Eisenglocken, die 1951 von der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt gestiftet wurden. Nach deren Austausch durch Bronzeglocken
steht eine der alten Glocken nun auf dem Kirchplatz.
Der Gemeindesaal wurde in den 60er Jahren für das Gemeindebüro
umgebaut.

Diese Kirche ist eine der wenigen Kirchen, die in Nationalsozialistischer
Zeit und im Zweiten Weltkrieg in Deutschland gebaut wurden. Ohne
wesentliche Veränderungen hat sie auch im Inneren die originale
Substanz und Ausstattung des Entwurfs und der Erbauung bewahrt.
Text nach einem Entwurf von Heimatpflegerin Dipl.-Ing. Gunnhild
Ruben.
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